Hör auf dich mit dem Thema Verifizierung zu beschäftigen!

Vor kurzem bin ich bei LinkedIn wieder über einen Beitrag gestolpert, der mich wirklich hat verzweifeln lassen. Eine der Kernaussagen war, dass es bisher das Ziel jedes Creators war, eine Verifizierung zu erhalten. (Und dass es blöd ist, dass sich diese jetzt jeder kaufen kann). 🤯

Puh! Nicht nur, dass diese Aussage alle meine Vorurteile gegenüber Influencern / Creatorn bestätigt, sie zeigt für mich auch ein komplett fehlendes Zielverständnis. 🎯

Die Verifizierung war ursprünglich ein Schutzmechanismus. Instagram, TikTok und andere Plattformen führten sie ein, um es bekannten Persönlichkeiten und Marken zu ermöglichen, sich von Fake-Profilen abzuheben und ihre Authentizität zu beweisen. In der Anfangsphase der sozialen Medien war dies eine Notwendigkeit, da das Risiko, Opfer von Identitätsdiebstahl oder Nachahmern zu werden, sehr hoch war. Viele Prominente, Politiker oder große Unternehmen hatten plötzlich zahlreiche Fake-Profile, die in ihrem Namen posteten oder sogar versuchten, ihre Anhängerschaft zu manipulieren.

Eine Verifizierung bedeutete damals: „Das hier ist das echte Profil von XY.“ Sie hatte eine schützende und vertrauensbildende Funktion. Der blaue Haken stand für Authentizität und war primär ein Instrument, um Verwirrung bei den Nutzern zu vermeiden. Doch mit der Zeit veränderte sich die Wahrnehmung der Verifizierung.

Und eine Art Ego-Run 🏃🏼 setzte ein. Denn eine Verifizierung bedeutet ja, dass man bekannt (VIP etc.) ist! Viele von euch, die als Social Media Manager arbeiten, kennen den Druck, den blauen Haken zu bekommen. Entweder aus einem inneren Antrieb oder durch einen Vorgesetzten.

“Wenn Audi eine Verifizierung hat, warum sollen wir dann keine haben?”

Denn hat mein Unternehmen den Haken, bin ich etwas “Besseres”. Unser Allfacebook Artikel “Wie bekomme ich den blauen Haken” war, wie als Beweis, jahrelang einer der meistgelesen Beiträge.

Und hier kommt jetzt das Problem: Im Social-Media-Marketing ist nichts so knapp wie die Ressourcen Zeit und Geld.

Wenn diese dann verschwendet wird, um monatelang einer (wenige Pixel großen) Profil-Verifizierung hinterherzurennen oder sie direkt gegen eine Monatsgebühr zu erwerben, dann läuft kräftig etwas schief!

Denn dann hat entweder der Social-Media-Manager oder dessen Vorgesetzter (“Wir brauchen den blauen Haken”) die Aufgabe des Social-Marketings komplett aus den Augen verloren. 

Die Aufgabe ist es, das Unternehmen in eine Position zu bringen, in der sie ihre Ziele (Absatz, Mitarbeitergewinnung, Bekanntheit, …) schneller und besser erreichen kann.

Deshalb ist jede Minute, die du über deine Instagram / Facebook / TikTok Verifizierung nachdenkst, eine verlorene Minute!

Denn dir wahre Verifizierung für deine Social Media Arbeit ist nicht irgendein Abzeichen der diversen Netzwerke. Vielmehr ist es die Interaktion deiner Community mit deinen Inhalten und der daraus folgenden Erreichung deiner Marketingziele.

Foto des Autors
Jens Wiese ist der Gründer hinter den Impact Cards. Nach mehr als 10 Jahren im operativen Einsatz bei allfacebook.de berät er heute kleine und große Unternehmen zum Thema Social Strategie und Advertising.

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